Unsere Schießsport‑Disziplinen

Der Schießsport ist ein Sport der Ruhe, Präzision und mentalen Stärke. Er verbindet Technik, Konzentration und Körpergefühl auf eine Weise, die man in kaum einer anderen Sportart findet. Gezielt wird bei den Gewehrdisziplinen meist mit Diopter und Ringkorn, bei Pistolen über Kimme und Korn. Um die Zehn zu treffen – die auf 10 m beim Luftgewehr nur winzige 0,5 mm misst –, braucht es neben einer ruhigen Hand auch Kondition, Atemkontrolle und innere Balance. Ob du sportlich einsteigen, dich weiterentwickeln oder einfach einen fokussierten Ausgleich zum Alltag suchst – bei uns findest du die passende Disziplin.

🎯 Luftdruckdisziplinen (10 m)

Luftgewehr – der Einstieg in die Welt der Präzision

Was macht man hier? Du schießt auf 10 m Distanz auf eine Scheibe, deren Zehn lediglich 0,5 mm misst. Verwendet werden Gewehre im Kaliber 4,5 mm mit maximal 7,5 Joule Mündungsenergie (Pressluft oder CO2) und einem Maximalgewicht von 5.500 g. Geschoßen wird im stehenden Anschlag. Spezielle Schießkleidung (Jacke, Hose, Schuhe, Handschuh) ist gestattet.

Wie fühlt sich das an? Ruhig, fokussiert und extrem präzise. Jede Bewegung, der Herzschlag und die Atmung müssen perfekt kontrolliert werden.

Altersgrenze & Erwerb: Ab 12 Jahren mit elterlicher Einwilligung (mit Ausnahmegenehmigung auch jünger). Volljährige können Luftgewehre frei und ohne spezielle Erlaubnis erwerben.

Unterdisziplinen & Formate:

  • Luftgewehr (olympisch): Stehend frei. Vorab 15 Min. Probezeit. Im Wettkampf werden je nach Klasse 20, 40 oder 60 Schuss abgegeben (z. B. Junioren/Herren/Damen I–II: 60 Schuss in 75 Min.).
  • Luftgewehr Mixed Team (olympisch): Ein Team aus Frau und Mann absolviert in der Qualifikation je 40 Schuss, gefolgt von einem Finale.
  • Luftgewehr Dreistellung: Für Schüler und Jugend (Kniend, Liegend, Stehend), um die Grundlagen für Kleinkaliber zu legen.

Luftgewehr aufgelegt – Technik, Präzision und absolute Ruhe

Was macht man hier? Das Gewehr wird auf eine Stütze aufgelegt und im stehenden oder sitzenden Anschlag geschossen. Die Probezeit ist in die Wettkampfzeit integriert. Aufgrund der enormen Leistungsdichte wird bei Meisterschaften generell in Zehntelringen gewertet.

Wie fühlt sich das an? Extrem ruhig, kontrolliert und analytisch. Der Fokus liegt vollkommen auf Zielbild, Atmung und Abzugsrhythmus.

Altersgrenze: Offiziell als Wettkampfklasse Senioren I–V ab 51 Jahren (30 Schuss in 45 Min.), aber auch für jüngere Einsteiger perfekt geeignet.

Sportliche Vorteile: Entlastet den Rücken, ermöglicht maximale Trefferleistung und eignet sich hervorragend für reines Techniktraining.

Luftpistole – Kraft, Kontrolle und Feingefühl

Was macht man hier? Du hältst eine Luftpistole (max. 1.500 g Gewicht, Kaliber 4,5 mm, mind. 500 g Abzugsgewicht) einhändig am ausgestreckten Arm. Das Ziel ist 10 m entfernt, die Zehn misst 11,5 mm. Spezielle Schießkleidung ist nicht gestattet.

Wie fühlt sich das an? Anstrengend, sportlich und hochkonzentriert. Das einhändige Halten erfordert spezielle Kraftausdauer und Feinmotorik.

Altersgrenze & Erwerb: Ab 12 Jahren mit Zustimmung der Eltern (Ausnahmen möglich). Frei erwerbbar ab 18 Jahren.

Unterdisziplinen & Formate:

  • Luftpistole (olympisch): Stehend frei. 15 Min. Probezeit, danach Wettkampfschüsse (z. B. 60 Schuss in 75 Min. bei Junioren/Herren/Damen I–II).
  • Luftpistole Mixed Team (olympisch): Frau und Mann schießen je 40 Schuss; die besten 5 Teams bestreiten das Finale auf Zehntelwertung.
  • Mehrschüssige Luftpistole / Mehrkampf / Standard: Dynamische Disziplinen mit Mehrladern auf Klappscheiben, Ampel-Intervall (3 Sek. Grün / 7 Sek. Rot) oder Schnellfeuer-Serien (5 Schuss in 20 Sek.).

Luftpistole aufgelegt – Präzision ohne Kraftaufwand

Was macht man hier? Die Luftpistole wird auf ein Stativ/eine Stütze aufgelegt. Die Schussabgabe erfolgt stehend oder sitzend. Das Probeschießen ist in den 50 Minuten Wettkampfzeit für 30 Schuss enthalten.

Wie fühlt sich das an? Ruhig, technisch und feingliedrig. Die körperliche Armbelastung entfällt, wodurch die saubere Abzugstechnik im Mittelpunkt steht.

Altersgrenze: Seniorenklassen ab 51 Jahren (Senioren I–V).

🏹 Bogenschießen – Indoor & Outdoor

Bogenschießen Indoor (18 m) – Technik in ihrer reinsten Form

Was macht man hier? Du schießt in der Halle auf die Standarddistanz von 18 m. Unabhängig vom Wetter stehen Bewegungsablauf, Körperspannung und Wiederholgenauigkeit im Vordergrund.

Wie fühlt sich das an? Fließend, rhythmisch und ausgleichend.

Altersgrenze: Ohne Mindestalter – ideal für die ganze Familie sowie Einsteiger jeden Alters.

Bogenschießen Outdoor (30–70 m) – Natur, Herausforderung und Fokus

Was macht man hier? Auf Sportplätzen oder im Freigelände schießt du auf Distanzen zwischen 30 m und 70 m. Äußere Einflüsse wie Wind, Sonne und Schatten erfordern flexible Anpassung.

Wie fühlt sich das an? Kraftvoll, dynamisch und naturverbunden.

Altersgrenze: Für alle Altersgruppen geeignet.

Recurvebogen mit Visierung – der olympische Klassiker

Was macht man hier? Das Schießen mit dem modernen Recurvebogen (inkl. Visier und Stabilisatoren) ist die olympische Variante des Bogensports. Hier verschmelzen ausgefeilte Technik und Athletik.

Sportliche Vorteile: Schult Rückenmuskulatur, Schultergürtel, Koordination und Geist.

Blankbogen – intuitiv, ursprünglich, natürlich

Was macht man hier? Beim Blankbogen verzichtet man bewusst auf Visiere und Stabilisatoren. Geltung haben allein das eigene Körpergefühl, die Pfeilbeobachtung und die Intuition.

Wie fühlt sich das an? Ehrlich, natürlich und erdend.

🔫 Kleinkaliberdisziplinen (25–50 m)

Kleinkalibergewehr (50 m & 100 m) – Präzision auf Distanz

Was macht man hier? Geschossen werden Einzellader-Gewehre mit Randfeuerpatronen im Kaliber 5,6 mm (.22 lfb/lr) auf 50 m (Zehn: 10,4 mm) oder 100 m (Zehn: 50 mm). Maximalgewicht je nach Disziplin 6.500 g bis 8.000 g. Schießkleidung ist erlaubt.

Altersgrenze & Erwerb: Ab 14 Jahren mit elterlicher Genehmigung (Ausnahmen jünger möglich). Für den Erwerb eigener KK-Waffen ist eine Waffenbesitzkarte (WBK) erforderlich.

Unterdisziplinen & Formate:

  • KK 100 m: 30 Schuss stehend frei in 40 Min. (15 Min. Probe separat).
  • KK 50 m / 100 m Auflage: Ab 51 Jahren (Senioren I–V). Wahlweise mit Diopter oder Zielfernrohr. 30 Schuss inkl. Probe.
  • KK 50 m 3×20 & 3×40 (olympisch): Dreistellungskampf (Kniend, Liegend, Stehend) – die Königsdisziplin im Gewehrbereich.
  • KK 50 m Zielfernrohr/Diopter: 30 Schuss stehend frei, ideal für den Nachwuchs-Übergang von 10 m zu 50 m.
  • KK 50 m Liegend: 60 Schuss reine Liegend-Disziplin in 50 Min. Wettkampfzeit.

Kleinkaliberpistole & -revolver (25 m & 50 m) – Präzision trifft Dynamik

Was macht man hier? Verwendet werden Waffen im Kaliber .22 lfb/lr. Abzugsgewicht mind. 1.000 g (Ausnahme: Freie Pistole), Gewicht max. 1.400 g. Spezielle Schießkleidung ist nicht gestattet.

Altersgrenze & Erwerb: Ab 14 Jahren (mit Genehmigung), WBK-pflichtig für den Erwerb.

Unterdisziplinen & Formate:

  • 50 m Pistole („Freie Pistole“) & Auflage: Das „Marathon-Schießen“ der Pistolenschützen auf 50 m Distanz (30 oder 60 Schuss). Auch als Auflage-Variante ab 51 Jahren.
  • 25 m Sportpistole (olympisch): Kombination aus Präzision (6 Serien à 5 Schuss in je 5 Min.) und Duell (3 Sek. Grün für den Schuss, 7 Sek. Rot).
  • 25 m Schnellfeuerpistole (olympisch): Äußerst dynamisch – Serien in 8, 6 und 4 Sekunden auf 5 nebeneinanderstehende Scheiben.
  • 25 m Standardpistole & 25 m Pistole Auflage: Standard beinhaltet Serien in 150, 20 und 10 Sekunden; Auflage schießt 6 Serien à 5 Schuss in je 150 Sekunden Präzision.

🔥 Großkaliberdisziplinen (25 m)

Großkaliberpistole – Kraft, Technik und Kontrolle

Was macht man hier? Geschossen wird mit Großkaliberpistolen in den Kalibern 9mm und .45 ACP auf 25 m Distanz. Waffengewicht max. 1.400 g bis 1.500 g, Abzugsgewicht mind. 1.000 g.

Wettkampfablauf: Erst der Präzisionsdurchgang (4 Serien à 5 Schuss in je 150 Sek.), gefolgt vom Schnellfeuerdurchgang (4 Serien à 5 Schuss in je 20 Sek.) auf unterschiedliche Scheiben.

Altersgrenze & Erwerb: Erlaubnispflichtig (WBK). Sportschützen können Großkaliberwaffen ab dem vollendeten 21. Lebensjahr erwerben (bis 25 Jahre ist ein amts-/fachärztliches Gutachten zur geistigen Eignung erforderlich).

Großkaliberrevolver – traditionell, kraftvoll, präzise

Was macht man hier? Geschossen wird auf 25 m mit Großkaliberrevolvern in den Kalibern .357 Magnum und .44 Magnum (max. 1.550 g Gewicht bei .44 Magnum). Der Ablauf entspricht mit 150-Sekunden- und 20-Sekunden-Serien dem der GK-Pistole.

Charakteristik der Kaliber: Kraftvoll, sportlich anspruchsvoll, erfordert maximale Rumpf- und Griffkontrolle.

⚫ Vorderlader / Perkussion – Tradition & Handwerk

Was macht man hier? Verwendet werden originale oder nachgebaute historische Waffen (Kurz- und Langwaffen). Treibladung (Schwarzpulver) und Geschoss werden manuell von vorne in den Lauf eingebracht. Gezündet wird über Luntenschloss, Steinschloss oder Perkussionsschloss (Zündhütchen).

Wettkampfablauf: 15 Schuss in 40 Minuten Wettkampfzeit (nach 10 Min. Probezeit) auf 25 m, 50 m oder 100 m.

Typische Disziplinen: Perkussionsgewehr (50 m stehend), Perkussions-Freigewehr / Dienstgewehr (100 m liegend), Steinschlossgewehr, Steinschlossmuskete sowie Perkussions- und Steinschlosspistole/Revolver (25 m).

Altersgrenze: Ab 18 Jahren.

💥 Böllerschießen – Tradition, Brauchtum & Ehrung

Was macht man hier? Beim Böllerschießen geht es nicht um das Treffen einer Zielscheibe, sondern um die Aufrechterhaltung jahrhundertealten Brauchtums. Geschossen wird mit speziellen Böllergeräten wie Kanonen oder Standböllern, die ausschließlich mit Böllerpulver (Schwarzpulver) verdämmt und geladen werden, um einen kräftigen, beeindruckenden Knall zu erzeugen.

Anlässe & Einsätze: Wir rücken zu besonderen festlichen Höhepunkten aus! Ob zu Runden Geburtstagen, Hochzeiten, Jubiläen oder öffentlichen Festen wie dem Dorffest – mit unseren Standböllern und unserer Kanone verleihen wir jedem Anlass einen feierlichen und unvergesslichen Rahmen.

Wie fühlt sich das an? Imposant, lautstark und voller Gemeinschaftsgefühl. Der gewaltige Klang und der aufsteigende Pulverdampf sorgen für Gänsehautmomente bei Schützen und Zuschauern.

Voraussetzungen: Die Handhabung erfordert besondere Umsicht. Böllerschützen müssen mindestens 18 Jahre alt sein und über eine entsprechende Erlaubnis nach § 27 Sprengstoffgesetz (inkl. Fachkundeprüfung) verfügen.

💨 Blasrohrschießen – Uralt und doch jung

Was macht man hier? Eine rasch wachsende Trendsportart für die ganze Familie! Durch ein langes, gerades Rohr wird mit der eigenen Lungenluft ein Pfeil (aus Metall, Carbon oder Holz) auf eine Papierzielscheibe (Ringe 6–10) befördert. Visiere oder Zielhilfen sind strikt untersagt.

Wie fühlt sich das an? Einfach zu erlernen, inklusiv und äußerst unterhaltsam. Es fördert das Lungenvolumen, die Bauchatmung und die Konzentration.

Besonderheiten: Egal ob im Stehen oder im Sitzen, ob mit oder ohne Handicap – Blasrohrschießen ist völlig barrierefrei, extrem kostengünstig und ideal für jedes Alter (sobald man eine Kerze ausblasen kann!).